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Besichtigung der Pumpstationen des Abwasserzweckverbandes

10.06.2022
Studie zeigt Investitionsbedarf auf

Der Abwasserzweckverband Aschach-Saale (AZV) hat drei Pumpstationen: in Hohn, Steinach und Katzenbach. Dabei ist die Pumpstation in Katzenbach mit Baujahr 2018 die modernste. Klärteiche, wie beispielsweise aktuell noch in Nickersfelden, werden heutzutage nicht mehr gebaut, da die Reinigung des Abwassers über eine kommunale Kläranlage im Belebtschlammverfahren erfolgen sollte.

In der Kläranlage in Aschach läuft das zu 98% gereinigte Wasser (Ausreinigungsgrad CSB) dann wieder zurück in die Saale.

Pumpstation

Die Pumpstation steht stets am tiefsten Punkt, um von dort dann das Abwasser mit Hilfe von Pumpen wiederum zum nächst höheren Übergabepunkt zu pumpen. Hier geht die Druckleitung dann in eine Freispiegelleitung über, sprich das Abwasser läuft im freien Gefälle ohne Pumpen weiter zur Kläranlage. In Hohn kommt das Abwasser von Steinach, Roth und Hohn an, wo bei Mischwasseranfall bis zu 18 Liter pro Sekunde gepumpt werden. In jeder Pumpstation ist außerdem eine Kellerentwässerungspumpe. So kann bei Wartungsarbeiten oder dem Austausch einer Pumpe mit sauberem Wasser gespritzt und das dabei anfallende Schmutzwasser abgepumpt werden.

Regenrückhalte- und Regenüberlaufbecken

Sollte es einmal mehr Regnen, so läuft das dabei anfallende Mischwasser in ein Regenüberlaufbecken. Sollte auch diese Regenüberlaufbeckenvolumina nicht ausreichen, greift der Regenüberlauf am Becken und das Wasser wird dem nächsten Gewässer, in dem Fall der Saale, zugeführt. Da in diesem Fall die Ablagerungen bereits in das Regenüberlaufbecken übergegangen sind, ist das Wasser, welches in die Saale geleitet wird, so gut wie reines Regenwasser. Daneben gibt es auch reine Regenrückhaltebecken ohne Überlauf. Ist das Becken voll, läuft das überschüssige Abwasser wieder direkt in die Kanalisation.

Ablagerungen nach längerer Trockenphase

Wenn es einmal längere Zeit nicht geregnet hat, werden beim nächsten Regenguss die Ablagerungen und Fäkalien, die sich im Kanal abgesetzt hatten, wieder mitgeschwemmt. Die Ablagerungen fließen dann ebenfalls mit ab, was dazu führen kann, dass Leitungen verstopfen. Sollte dies passieren, muss die Firma Kanal Türpe die Leitungen im Hochdruckverfahren durchspülen. Gerade daher ist es umso wichtiger, keine Abfälle, Essensreste oder Feuchttücher ins Abwasser zu geben.

In den letzten Jahren haben die Starkregenereignisse zugenommen, was öfter zu Problemen führt, da das Kanalnetz dafür nicht ausgelegt ist. Damit Abwasser nicht wieder in die Pumpe zurückläuft, ist jede Pumpe mit Armaturen ausgestattet. Zur weiteren Absicherung stehen in jeder Pumpstation zwei Pumpen. Sollte eine Pumpe ausfallen, greift die Ersatzpumpe.

Der erste Spülstoß bei Regen wird zurückgehalten, da sich im Becken viele Fäkalien angesammelt haben. Wenn der Regen vorbei ist, können die Fäkalien wieder normal abgeführt werden. Die Mitarbeiter des AZV überprüfen wöchentlich jede Pumpstation. Sollten sich zu viele Ablagerungen in einem der Becken angesammelt haben, wird dieses gereinigt.

Überwachung per Mobilfunk

Jede Pumpstation ist mit einem Mobilfunkmodul ausgestattet, über dieses Daten und Fehlermeldungen an die Kläranlage übermittelt werden können. Die speicherprogrammierbare Steuerung arbeitet voll automatisiert. Über ein Touch Panel werden alle Befehle und Vorgaben eingegeben. Die Fernwirktechnik in der Pumpstation in Steinach ist bereits 20 Jahre alt und muss daher ausgetauscht werden.

Störungen

Wenn es zu einer Störung kommt, geht eine SMS-Alarmierung an die Mitarbeiter raus. Per Team Viewer können sich die Mitarbeiter dann auf das System aufschalten und die Dringlichkeit der Störung bewerten. Gegebenenfalls kann es vorkommen, dass dann auch in der Nacht eine Störung behoben werden muss.

Besichtigung durch die Verbandsräte

Klärmeister Benjamin Witke führte die Verbandsräte des Abwasserzweckverbandes Aschach-Saale, bestehend aus Marktgemeinderäten von Burkardroth und Bad Bocklet, durch die drei Pumpstationen im Zweckverbandsgebiet. Anschaulich erläuterte er die Funktionsweise der einzelnen Pumpen und Becken.

Eine bereits durchgeführte Studie zeigte auf, dass Investitionen nötig sind, um die Anlagen auf dem aktuellen Stand zu halten.

Der Zeitrahmen für die Umsetzung ist jedoch noch nicht klar, da viele Ersatzteile aktuell nicht lieferbar sind. Die Verbandsräte konnten einen sehr guten Einblick in die Arbeit des Abwasserzweckverbandes gewinnen und sich vor Ort davon überzeugen, wie wichtig die Arbeit auf den Anlagen ist.